Römische Instructio macht Bischof froh - und die Laien ebenso(?).

So geht hinaus in alle Welt, was ganz verschieden dann gefällt.

 

Diese karnevalistische Reimerei von 1998 (!) entspricht ganz meiner heutigen Spottlust, die durch den Brief der römischen Glaubenskongregation an die Bischöfe „Über die Zusammenarbeit von Männern und Frauen in Kirche und Welt“ und die „Instruktion über einige Dinge bezüglich der heiligsten Eucharistie, die einzuhalten und zu vermeiden sind“ herausgefordert wurde.

 

Als „Laienfrau“, ( genaugenommen einer Unperson in meiner röm kath. Kirche  ) komme ich mir neuerdings fast exotisch vor, weil sich die römische Glaubenskongregation - eine Versammlung von ziemlich betagten, allesamt im weiblichen Umgang unerfahrenen Kirchenmännern - ganz ernsthaft an die komplizierte Arbeit gemacht hat, in einem Brief das Wesen der christkatholischen Frau schlechthin zu definieren. Danach wird ihr eine gewisse Würdigkeit bescheinigt; und auch gewisse Rechte, die sie im gesellschaftlichen Zusammenleben schon lange genießt, werden ihr nun auch kirchlicherseits zugestanden. Aber für kirchliche Amtsausübungen ist die Vielfalt ihrer Fähigkeiten und Begabungen nach wie vor ungeeignet. Es ist also nichts revolutionär Neues herausgekommen wie vorauszusehen war , deshalb überrascht es auch niemanden.

Ein wenig befremdlich ist allerdings, dass dem tunnelblickartigen christkatholisch - mütterlichen Frauenbild das Pendant des christkatholisch - väterlichen Männerbildes fehlt. Erübrigt sich für den Mann eine Definition, oder ist derselbe ganz selbstverständlich vorrangig Vater? ( Womöglich heiliger Vater schlechthin? )

 

Trotzdem irritiert mich das und ich grübele darüber, ob es hier wirklich um eine Zusammenarbeit von Männern und Frauen gehen soll? Oder von Müttern und Männern - oder was?

Oder wird gar eine „göttliche Geschlechterordnung“ bemüht gegen die Angst vor der Forderung nach redlich ausgetragenen Konflikten und vor dem, was die Kirchenmänner „Geschlechterkampf“ nennen? Die Kritik an ihrer gegenwärtigen Machtausübung verwechseln sie offensichtlich ziemlich kopflos mit ungebührlichen Machtansprüchen der Frauen..

Da, - ich gebe es zu, - rebelliert mein katholisches Amazonenherz. Aber Amazonenherz im christlichen Kontext ist wahrscheinlich ein Anachronismus? Zumindest für mich scheint es keine eindeutig zu definierende Frauenschublade zu geben.

 

Sei´s drum, die „Instruktion“ räumt doch endlich „von Amts wegen“ mit der reinen Männerwirtschaft im Altarraum auf. Frauen und Mädchen sind nun – unter Beachtung der festgesetzten Normen – zum Ministrantendienst zugelassen. Selbstverständlich unausgesprochen bleibt allerdings, dass Frauen ( natürlich nur in dringenden Notlagen! ) die Kommunion an die Gläubigen austeilen dürfen; und ob sie unter die „außerordentlichen“ oder die „besonderen“ Spender zu rechnen sind. Das scheint ein nicht unerheblicher Rangunterschied zu sein. Ob es allerdings auf die Wirkung des Sakraments Einfluss hat, wollen wir dahingestellt sein lassen.

Gläubige Laien (innen?) sind zwar zum „hingebungsvollen Dienst von größerer oder kleinerer Bedeutung“ aufgefordert, sollen sich aber „hüten, diesen Dienst dem pastoralen Dienst des Klerikers gleichzusetzen, sodass ja nicht diese Dienste durcheinandergebracht werden“.

Was soll man von diesem flehentlichen Appell halten? Die Sorge um den Status ( natürlich nur im Hinblick auf das „Heilige“, das er vertritt ) ist fast mitleiderregend.

Da scheint mir - neben der nackten Angst um das Prestige – auch noch eine gewaltige Portion Magie im Spiele zu sein.

Ebenso bei den befremdlich anmutenden peniblen Gewandvorschriften ( Laien ist nicht erlaubt, Gewänder des Diakons oder Priesters zu übernehmen. ) und der detailierten Anleitung zum Gewandanlegen: „Die Albe ist mit einem Zingulum an die Hüften zu binden“. Da drängt sich mir die Frage auf, ob denn ohne dieses Zingulum alle Handlungen womöglich ungültig sein sollen, - und wieso? Was soll ich denn hier „glauben“?

Und wie ist das mit der Denunziationsfähigkeit der Frauen? Sind wir wenigstens in dieser heiklen Angelegenheit den Männern ebenbürtig, oder bleiben wir als „la Donna mobile“ eben doch auch auf diesem Feld ungeeignet?

Ich bin nun doch etwas verwirrt von so viel männlichem Rigorismus, der an allen Ecken und Enden „Verwerflichen Gewohnheiten“ und „Missbräuchen“ den Garaus machen will.

Soll ich weinen, oder lachen?

Wahrscheinlich weder, noch! Weit entfernt vom beschworenen Idealbild der gläubigen Frau lasse ich die Sache mit diesen Randbemerkungen stillschweigend auf sich beruhen.

 

                                                                                                                      Monika Doberschütz