Aktionskreis Halle (AKH)

als Teil der „Suchbewegungen des nachkonziliaren Katholizismus“(Großbölting)

 

Zeittafel für Entstehung und frühe Entwicklung des AKH

 

1962-65        Zweites Vatikanisches Konzil                                                                                                                                                                                                                                                         

                     Von besonderem Einfluss für Entstehung und Entwicklung des AKH waren                          
                      außerdem

                                   -Katholische Studentengemeinde Halle (KSG) mit den Studentenpfarrern

A.     Brockhoff (1953-66) u. J. Göbel (1970-75),

- „Akademiker-Kreise“ mit Geistl. Beiräten Brockhoff, Mechtenberg, Schäfer 

  und Sprechern Hahn, Schülke.

1966-69          „Korrespondenz“ Halle (Bartusch, Fieber, Hahn, Kinzel, Mendes, Renger,

 Schülke, Stosiek)  „Offene Briefe“ als Versuch einer Gesprächsplattform (13 Faszikel in   je 200  Exempl.).  

20./21.04.68   1. Erfurter Gespräch auf Initiative von Pfarrer Dr. Schimke  im Zusammenhang                         mit der neuen DDR-Verfassung v. 06.04.1968 auf Einladung von Weihbischof                Aufderbeck u. im Einvernehmen auch mit Bischof Schaffran. Weitere Zusam-                        menkünfte: 19./20.10.68, 15./16.03.69. Von 15 ausschließlich männlichen 

                        Teilnehmern waren folgende später Mitgl. bzw. Sympathisanten des AKH:

                        Brockhoff, Schülke, Willms bzw. Schäfer, Surek, Trilling.

Mitte 1968      Seit Mitte 68 in vielen Diözesen d. BRD Bildung von freien Impulsgruppen

                        (von Priestern) und Solidaritätsgruppen (SOG) bei unterschiedlichen Anlässen

                        und Organisationsformen,  aber übereinstimmenden Beweggründen zur Grup-

                        penbildung (“Die Kirche ist dabei, die vom Konzil her gegebene Chance der

                        Erneuerung zu verpassen“, Raske...,S. 21).

                        Besonders nahestehend für AKH-Gründung: SOG Paderborn, Bensberger 

                        Kreis und Freckenhorster Kreis (Gründung am 16.04.69 auf Initiative von

                        Akademiker- und Studentenseelsorgern des Bistums Münster: u.a. H. Werners,

                        W. Kasper, F. Kamphaus, K. Rahner. J.B. Metz, F. Kerstiens) wegen Autori-

                         täts- und Vertrauenskrise zwischen Klerus und Laien bzw. zwischen Hierar-

                         chie u. übrigen Priestern mit der Ursache einer gebremsten bis gestoppten

  Dynamik des Zweiten Vatikanums bzw. wegen weit verbreiteter Besorgnis  

über  d. notwendige Unruhe des Aufbruchs. Beispiel f. vorkonziliare Denk- und    Verhaltensweisen: Enzyklika „Humanae vitae“ (Großbölting, S. 78f.).

Okt. 1968         Erklärung „AK Ehe und Familie“ Halle-Merseburg gegen Enzyklika „Huma-

                         nae vitae“ mit 81 Unterschriften (Initiatoren AK: u.a. Langos, Antkowiak,

                         Köpernik, Reigl).

1969-71           Synode des Bistums Meißen („Ziele und Aufgaben des Bistums Meißen nach    

 dem II. Vatikanischen Konzil“ mit d. späteren Mitgl. bzw. Sympathisanten des      AKH: Karl Herbst, Fritz Rebbelmund, Clemens Rosner, Wolfgang Trilling

19.07.1969            Priestertreffen in Halle mit ca. 80 Teiln. aus Anlass des erzwungen Bischofwechsels für Magdeburg mit Statement eines Sprechers d. Akademikerkreises u. Erklärung (144 Priester) an Papst Paul VI., Kardinal Jaeger, Kardinal Bengsch u. Weihbischof Rintelen.

06.09.1969      Leitungsgremium Akademikerarbeit i. Kommissariat Magdeburg an Priesterrat

                        mit Handreichung (17 Exempl.) u. Unterschrift durch Hahn, Renger, Schülke,

                        Verstege.   

           

 

 

AKH als Teil der „Suchbewegungen des nachkonziliaren  Katholizismus“.

Zeittafel für Entstehung und frühe Entwicklung des AKH               

 

27.09.1969    1. Nienburger Gruppentreffen mit „Nienburger Thesen“ zur „Solidarität der

                       Gruppe“ (Verf.:  Verstege, Schülke, Herold, Brockhoff, Renger, Antkowiak).

10.-16.10.69  Delegiertenkonferenz europäischer Priestergruppen in Rom (140 kath. Priester

                       aus 8 westeurop. Ländern), Dokumentation, hrsg. „im Auftrag d. AGP i.d. BRD

                       von Raske, Schäfer, Wetzel, mit zahlreichen (wörtlichen) Quellen  d. späteren

                       „Vorläufigen Grundsatz-Erklärung des Aktionskreises Halle (AKH)“.

09.12.1969          2. „Nienburger Treffen“ (wg. bevorsteh. Bischofswechsel in Magdeburg).

14.03.1970      Zur 1. Vollversammlung des AKH am 14.03.70 in Halle (Hl. Kreuz) lädt mit

                       Schreiben v. 04.03.70 der „provisorische“ Sprecherkreis ein (Glatzel, Bartusch,

                       Herold, Kamper, Renger, Verstege). In der vorl. TO wird unter TOP 5 die Wahl       

                                    des neuen  Sprecherkreises der Solidaritätsgruppe (sic!) vorgeschlagen, aber

                       nicht durchgeführt. Erklärung an Bischofskandidaten Prälat Braun verabschie-

                       det.

                       Die 1. Briefsendung im März 70 umfasst: Derksen, Solidarisierung innerhalb

                       der  Kirche; Tagungsbericht üb. 1. Nienburger Treffen; Eingaben d. Studien-

                       gruppe „Pastoralsynode“; „Offener Brief" Verstege an Prälat Jäger.

04.04.70                   2. (konstituierende) Vollversammlung des AKH mit Wahl des 1. Sprecherkrei-

ses: Brockhoff, Hahn, Herold, Renger, Verstege, Wohlrab. Verabschiedung der

„Vorläufigen Grundsatz-Erklärung des Aktionskreises Halle (AKH)“ und der (Geschäfts-)Ordnung des AKH sowie einer Stellungsnahme zum Schreiben des Priesterrates vom 01.04.70. Langos erläuterte die (nach wie vor gültige) Grundsatz-Erklärung, die er maßgeblich mitgestaltet hatte, wobei er nicht darlegte (darlegen konnte), dass die Formulierungen überwiegend wörtlich aus der Dokumentation der westdeutschen AGP übernommen waren (s.o.). Ein umfangreicher Auszug dieser Dokumentation war aber vorher mit der 2. Briefsendung     verschickt bzw. verteilt worden.

1970                Ab Frühjahr 1970 treffen sich zur „Solidarisierung  an der Basis“ weiterhin bereite Frauen und Männer, Laien und Priester, in vier Vollversammlungen. 1970 werden 7 Briefsendungen zusammengestellt und verschickt. Die Postanschrift des AKH (69-74) lautet: „p.A. Claus Herold, Halle“. – „Die im Gründungsjahr anstehenden Problemfelder für den (schriftlichen und mündlichen) Dialog im AKH betrafen – nach den Auseinandersetzungen anlässlich der Bischofsnachfolge und der Debatten um die Struktur der eigenen Gruppe, ihrer notwendigen Vernetzung mit den westdeutschen SOG-Gruppen – im wesentlichen Fragen der nachkonziliaren Ehetheologie und Ehemoral  („Humanae vitae“)“, vgl. Herold, Aktionskreis, S. 38, aber auch ökumenische und politische Fragen.

 03.03.1970      Ernennung  Prälat Braun zum Adjutor-Bischof, Konsekration am 18.04.1970

22.06.1970           MfS-Maßnahmeplan „gegen aktiv feindliche Gruppe“ (AKH)

05.08.1970            MfS-Eröffnungsbericht OV „Tabernakel“

1973-75                     Pastoralsynode der Jurisdiktionsbezirke in der DDR

                            

 

Zusammenstellung: P. Willms

                     Stand: 21.01.2006